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Futurico

Begleiten Sie uns nach Myanmar

Tag 1

Unsere Reise beginnt am Flughafen in Frankfurt am Main. Alle Projektteilnehmer treffen sich am Check-in Schalter. Die Kolleginnen und Kollegen kommen unmittelbar von ihrer Arbeitsstätte, den Kliniken und Praxen, zum vereinbarten Treffpunkt. Hier werden die zahlreichen Aluminium-Transportboxen, gefüllt mit Medikamenten, Verbandsmaterialien, Operationsinstrumenten und Sachspenden für die Kinder in Myanmar aufgegeben. Jedes Jahr hoffen wir, dass zusätzliche Kosten durch das enorme Übergewicht so gering wie möglich ausfallen. Die erste Hürde ist überwunden. Das Check-in Personal gibt uns nach lebhaften Wortwechsel und diversen Telefonaten mit seinen Vorgesetzten grünes Licht.

Nach 12 Flugstunden und einem Zwischenstopp in Bangkok erreichen wir den internationalen Flughafen in Mandalay, die zweitgrößte Stadt in Myanmar mit ca. 1,6 Millionen Einwohnern. Wir werden wie jedes Jahr von einigen Mönchen der Klinik, die einem buddhistischen Kloster angebunden ist, freundlich empfangen. Der Zoll hat unsere Spendengüter zum Glück ohne Probleme passieren lassen. Die Transportboxen werden nun von den Mönchen in das Sitagu Ayudana Hospital befördert und wir machen uns auf in die Unterkunft.

Tag 2

Am nächsten Tag brechen wir zum Krankenhaus auf, wo der Einsatz stattfinden wird, um wichtige Vorbereitungen für einen reibungslosen Ablauf zu treffen. Diese sind das Einrichten der Material-Depots, das Vorsortieren der Medikamente, die Präparation der Operationstische und das Überprüfen der medizintechnischen Geräte. Wir haben zum Glück nichts vergessen. Denn was uns hier fehlt, können wir vor Ort nicht mehr beschaffen. Der leitende Arzt der Klinik, Dr. Khin Maung Zaw, begrüßt uns herzlich und bringt uns auf den neuesten Stand. Die Infrastruktur hat sich in den vergangenen Jahren und seit unserem ersten Einsatz (2009) deutlich verbessert. Mittlerweile können vier Patienten zugleich in Vollnarkose operiert werden.

Damit wir am Folgetag direkt starten können, müssen die durch Dr. Zaw bereits vorausgewählten Patienten untersucht werden. Es haben sich auch in diesem Jahr wieder hunderte Patienten, die überwiegend von einer Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte betroffen sind, auf den Weg nach Sagaing gemacht. Viele kommen zu Fuß und sind seit Tagen unterwegs in der Hoffnung, Hilfe von uns zu bekommen.

In einem kleinen, einfach hergerichteten Raum treten die Mütter oder Väter mit ihren Kindern auf dem Arm der Reihe nach ein. Der pathologische Befund wird genauestens dokumentiert. Stabile Patienten erhalten sofort einen Platz auf dem OP-Plan. Patienten mit hohem Fieber, einer schweren Anämie, verlegten Atemwegen oder auffälligen Herzgeräuschen werden im weiteren Verlauf erneut (kinderärztlich und anästhesiologisch) untersucht und wenn möglich medizinisch behandelt. Die Kommunikation und Dokumentation gelingt mithilfe der äußerst hilfsbereiten englisch-sprechenden Stationsschwestern. Am späten Nachmittag steht das OP-Programm für die ersten 3 Einsatztage.

Tag 3

Der Wecker klingelt um 06.00 Uhr früh. Wir treffen uns beim Frühstück im Restaurant unserer Unterkunft in Mandalay. Auch wenn die Müdigkeit durch die lange Reise und die Zeitumstellung noch nicht ganz verflogen sind, freuen wir uns auf den Einsatz und die Möglichkeit, den kranken Kindern zu einem normalen Leben zu verhelfen. Das Team der Anästhesie hat sich bereits auf den Weg zur Klinik gemacht, um die ersten vier kleinen Patienten für den Eingriff in Vollnarkose vorzubereiten. Zwanzig Eingriffe stehen auf dem Plan, mehr als die Hälfte machen plastische Verschlüsse einer Gaumenspalte aus.

Auf dem OP-Tisch liegt heute als erstes das knapp 2 Jahre alte Mädchen namens Phyu Phyu Nu. Wir kennen sie schon von unserem letzten Hilfseinsatz im vorherigen Jahr, bei dem wir bereits die Gaumenspalte verschlossen haben. Die Wunden sind bestens verheilt und heute wollen wir ihre Behandlung durch den plastischen Verschluss der einseitigen Lippenspalte komplettieren. Alles verläuft komplikationslos, genau wie bei den anderen 19 Patienten von heute.

Nach 12 Stunden erreicht dann das letzte Kind den Aufwachraum, wo es die Eltern glücklich in die Arme schließen können. Ein erfolgreicher Tag geht zu Ende.

Tag 4

Unser Einsatzort liegt 30km südwestlich von unserer Unterkunft in Mandalay. Wir werden wie jeden anderen Tag um 06.45 Uhr von unserem burmesischen Fahrer abgeholt. Noch müde steigen wir in den Bus, dessen Charme der 70iger Jahre uns immer wieder zum Schmunzeln bringt. Die Sitze sind durchgesessen, aber immerhin funktioniert die Klimaanlage. So schaukeln wir eine knappe Stunde lang über holprige Landwege.

Die Stadt erwacht. Wir beobachten junge und alte Menschen, die mit Frühsport am Ufer des Flusses Irawadi ihren Tag beginnen. Mütter bringen auf ihren Mofas ihre Kinder zur Schule und bahnen sich hupend durch das erwachende Verkehrschaos ihren Weg. Weiter draußen fahren wir durch arme Bauerndörfer. Das ärmliche Leben spielt sich praktisch auf der Straße ab, denn die Hütten sind halboffen und jeder kann hineinschauen. Im Vorbeifahren sehen wir Frauen an offenen Feuerstellen kochen, den Bauern sein Vieh an den primitiven Pflug anschirren und Kinder am Straßenrand im Dreck mit Stöckchen spielen.

Dann wechselt die Landschaft wieder: Wir überqueren schließlich den Irawadi und schauen auf die märchenhafte Hügellandschaft mit ihren vielen goldenen Pagoden. Nun sind wir in Sagaing, einem wichtigen buddhistischen Zentrum Myanmars. Nach einer knappen Stunde erreichen wir das Sitagu Ayudana Hospital und machen uns an die Arbeit.

Tag 5

Eine kleine Gruppe aus unserem Team reist heute in ein nahe gelegenes Waisenhaus. Sie werden von den buddhistischen Mönchen, die das Haus leiten, herzlich empfangen und durch die Einrichtung geführt. Trotz der wenigen Mittel, die hier zur Versorgung der Kinder zu Verfügung stehen, ist man bemüht, eine warmherzige Atmosphäre zu schaffen. Unsere Ärzte und Pfleger überreichen heute der Heimleitung eine Geldspende und Medikamente und Spielzeug.

Wir anderen haben heute in der Klinik wieder ein straffes Programm und widmen uns 22 Patienten. Eine besondere Herausforderung stellt der Fall des 33-jährigen San Min Htwe dar. Aufgrund einer schlecht versorgten großflächigen Verbrennung am Unterarm im Kindesalter kam es zu einer schweren Narbenbildung. Die teils strangartigen Narbenzüge halten den Arm seither in einer Beugestellung. Die Operateure entfernen das komplette Narbengewebe von der Mitte des Oberarms bis zum Daumen. Der dadurch entstandene Defekt wird anschließend durch eine Hauttransplantation (durch vom Oberschenkel entnommene Haut) gedeckt. Seit fast 30 Jahren kann xx seinen Arm nun wieder vorsichtig bewegen. Eine große Unterstützung bei diesen Eingriffen sind uns die burmesischen OP-Schwestern, die wir seit dem ersten Einsatz kennen und anleiten. Trotz der großen Sprachbarriere (Englisch versteht nicht jeder) ist die Zusammenarbeit effektiv. Manchmal genügt auch ein Lächeln, eine Geste.

Tag 6

Heute hat sich hoher Besuch angekündigt. Der oberste Mönch der Region Sagaing, besser bekannt als Sitagu Sayadaw, gestattet uns eine Audienz auf dem Klinikgelände. Er kommt am Mittag mit seiner Eskorte, um uns seinen Dank auszusprechen. Des Weiteren hat er uns das freundliche Angebot gemacht, mit zwei seiner Gesandten heute Abend die Sitagu Buddhist Academy zu besichtigen und an einer Privatvorlesung über den Buddhismus teilzunehmen. Der Sitagu Sayadaw wird als großer Priester verehrt und genießt hohe Anerkennung bei den Menschen in Myanmar. Als er sich auf dem Klinikgelände zu der Empfangshalle begibt, fallen die burmesischen Patienten, Angehörigen und Angestellten betend auf die Knie. Auch wir spüren seine besondere Ausstrahlung und sind dankbar für diese Begegnung.

Tag 7

Der letzte Tag unseres Hilfseinsatzes verlangt unseren vollen Einsatz, um von den zahlreichen Kindern noch möglichst viele operieren zu können. Am Nachmittag wird die letzte Hautnaht vorgenommen, denn dann müssen wir die Abreise vorbereiten. Wir nehmen nur wenige Geräte und unsere OP-Instrumente wieder mit. Alles andere lassen wir als Spende aus Deutschland zum dortigen Gebrauch in der Klinik. In der Abschlussvisite werden alle operierten Patienten noch einmal gesehen und dem Pflegepersonal sowie den Angehörigen Empfehlungen für die weitere Wundversorgung gegeben. Nach den Terminabsprachen für den nächsten Einsatz bleibt noch Zeit für Abschiedsfotos mit dem Team, den kleinen Patienten und ihren glücklichen Eltern. Viele Mütter haben uns aus Dankbarkeit mit liebevollen Handarbeiten beschenkt.

Wir freuen uns, dass wir mehr als 120 Patienten erfolgreichen operieren konnten. Viele bleiben aber noch unversorgt zurück und warten hoffnungsvoll auf das nächste Ärzteteam. Der Einsatz in diesem einzigartigen Land mit seinen ausgesprochen gastfreundlichen und herzlichen Menschen wird auch für uns etwas ganz Besonderes bleiben.

Medical Intervention Team

Das Medical Intervention Team e.V. ist ein beim Amtsgericht Frankfurt am Main registrierter, gemeinnütziger Verein. Unser Verein finanziert sich ausschließlich durch Spenden. Die im Verein tätigen Ärzte, Krankenschwestern, Medizinstudenten und Team-Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Das Leitmotiv unseres Vereins lautet: Humanismus, Empathie und Verantwortung. Mit einer Spende tragen Sie dazu bei, das Medical Intervention Team in seiner Arbeit zu unterstützen.

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